Merian-Stich um 1650

Die Petri-Pauli-Kirche

Ca. 950 wird das Dorf Münder - damals noch "Munnere" - aus dem Missionsgebiet des Klosters Fulda in das Bistum Minden umgegliedert.
Dabei wird mit dem Bau einer St. Petri-Kirche begonnen, vermutlich an dem Ort der heutigen Petri-Pauli-Kirche. Reste oder Abbildungen dieser Kirche sind nicht erhalten.

1440 erfolgt ein Neubau einer gotischen Steinkirche auf dem Grundriss eines Kreuzes mit massivem Wehr- und Glockenturm.

1519 wird der Kirchturm und ein Großteil der gesamten Stadt in der so genannten Hildesheimer Stiftsfehde zerstört.

1528 wird der bis heute erhaltene Turm wieder aufgebaut und die Kirche instand gesetzt.

1543 erfolgt die Einführung der Reformation in Münder.

1751 erhält der Kirchturm bei umfassenden Reparaturarbeiten seine bis heute erhaltene (barocke) Gestalt: Auf dem steinernen Sockel wird ein schlankes Turmdach mit Knauf (der sogenannte "bleierne Boden") und eine Wetterfahne installiert. Der Kirchturm (58,37m) ist damit das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Münder.

1779 klagen die Münderaner über bauliche Schäden an der Sakristei und der Kirche. Gegenüber der Kirchenleitung in Hannover wird erstmals auch der Wunsch nach einer Vergrößerung der Kirche geäußert.

1839 wird das Kirchengebäude von 1440 auf Bestreben der Stadt Münder und ihrer Einwohner abgerissen. Es folgt ein Neubau des bis heute erhaltenen Kirchenraumes unter Baumeister Wedekind (Springe). In der damaligen Aufbruchstimmung nach den Befreiungskriegen entscheidet man sich - zunächst ohne Baugenehmigung von der Kirchenleitung - dafür, das Gebäude im damals modernen klassizistischen Stil zu errichten.
Da die neue Kirche sehr viel mehr Menschen Platz bieten soll, der Kirchhof aber sehr eng ist, wird der Neubau nicht mehr in Ost-West-Richtung errichtet. Der Altar ist bis heute nach Norden ausgerichtet!

1840 wird die neue Kirche eingeweiht (siehe Inschrift im Nordportal).

1939 wird - kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges - das Innere des Kirchenraumes umgestaltet. Die Altarwand erhält eine runde Apsis, die Altarkanzel und der Altar selbst werden neu gestaltet. Das Wandgemälde "Jesus hält Gericht" wird im Tympanon oberhalb des Altares angebracht.

1956 wird der Kirchturm mit Kupferplatten neu eingedeckt.

1964 werden sämtliche Malereien an der Decke des Tonnengewölbes und an der Altarwand im Geschmack der Zeit übertüncht.
Die Kirchenbänke aus dem Jahr 1840 werden ersetzt.

1989 wird die dreimanualige Rohlf-Orgel mit 23 Registern gebaut und eingeweiht.

1995 wird mit einer umfassenden Innenrenovierung begonnen. Die Kirche erhält moderne elektrische Anlagen und Heizungen. Bei der Gestaltung der Kirche kann weitestgehend der Zustand von 1939 wieder hergestellt werden.

1996 wird die Kirche am 04. Februar wieder eingeweiht.

2006 - 2010  wird der Kirchturm grundlegend saniert, eingedeckt und neu vermessen.